Integration durch Bildung

Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind aus verschiedenen Gründen nach Deutschland migriert, haben unterschiedliche Voraussetzungen und Perspektiven. Manche sind hierher geflohen, haben Asyl beantragt oder sind wegen einer Arbeit oder einer Ausbildung zugewandert, andere wiederum sind Kinder oder Enkelkinder von eingewanderten Personen. Die Bereitstellung von Bildungsangeboten für Menschen mit Einwanderungsgeschichte ist eines der zentralen Instrumente für eine gelingende Integration, die Teilhabe in Form von Zugangs- und Mitwirkungsteilhabe zum Ziel hat. Auf kommunaler Ebene sind zahlreiche Akteur*innen aus der Kommunalverwaltung, von Bildungsanbieter*innen vor Ort sowie der Zivilgesellschaft durch die Bereitstellung von passgenauen Bildungsangeboten mit der Integration befasst. Um die soziale Teilhabe von neu zugewanderten Menschen zu ermöglichen, sollten die Angebote lückenlos ineinandergreifen und die Übergänge im Blick behalten werden. Damit dies gelingt, bedarf es einer koordinierten Zusammenarbeit der Akteur*innen innerhalb der kommunalen Bildungslandschaft.

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Das datenbasierte kommunale Bildungsmanagement (DKBM) kann durch die gezielte Steuerung und Koordination von Bildungsangeboten für einen besseren Zugang zum Bildungssystem sorgen und so entscheidend zu mehr Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit beitragen. Eine entsprechende Netzwerk – und Akteurskoordination, die transparente Bereitstellung von Angeboten und die Organisation einer strategischen Zusammenarbeit, zum Beispiel durch ein Bildungsbüro, kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Mittels einer gut gesteuerten Sozialraum- und Angebotskoordination kann zudem Teilhabe und Lebenslanges Lernen unterstützt werden.

Die Entwicklung eines strategischen Integrationskonzepts ist sinnvoll, wenn es bislang keinen Konsens in der Kommune gibt, was Integration bedeutet oder wenn ein politisches Mandat benötigt wird, um Ressourcen für Integrationsarbeit zu sichern. Die nachfolgenden Orientierungsfragen können bei den ersten Schritten zur Erstellung eines strategischen Integrationskonzepts unterstützen:

  • Welche Leitbilder und Konzepte bestehen bereits, wie zum Beispiel Bildungsleitbilder oder strategische Konzepte, etwa zu Teilhabe oder Sozialplanungen? Welche Anknüpfungspunkte zeigen sich hier, auf die man aufbauen kann?
  • Wie könnte der Erarbeitungsprozess eines Integrations-Leitbilds bzw. Konzepts partizipativ geplant werden?
  • Wer sollte an der Erarbeitung beteiligt werden? Ein breiter Kreis an Teilnehmenden, um zum Beispiel einen öffentlichen Diskurs anzustoßen oder ein kleiner Kreis, um beispielsweise Empfehlungen an Politik und Verwaltung zu erarbeiten?
  • Wie könnte eine Umsetzungsstruktur gestaltet werden? Welche Faktoren müssten berücksichtigt werden, beispielsweise mit Blick auf Berichtspflichten, Ressourcen und Verantwortlichkeiten?
Transparente Darstellung von Bildungsangeboten

Mit der transparenten Darstellung von Bildungsangeboten entsteht eine systematische Übersichtlichkeit, durch die Neuzugewanderte einen Überblick über vorhandene Bildungsangebote erhalten. Zugleich ermöglicht die Transparenz der Angebotsdarstellung den Mitarbeiter*innen von Bildungsbüros die Identifikation und Bearbeitung von Lücken und sie erhalten zudem einen umfangreichen Überblick über Anbieter*innen, was wiederum die Netzwerks- und Akteurskoordination erleichtert. Folgende Orientierungsfragen können bei der Erstellung kommunaler Bildungsportale hilfreich sein:

  • Erreichen vorhandene Informationsangebote Neuzugewanderte?
  • Gibt es Zugangsbarrieren? Wurden „User Journeys“ durchgeführt?
  • Wer hält die Angebotsdatenbank aktuell und in welchen Sprachen?
  • Werden schon bestehende Datenbanken genutzt, um Doppelstrukturen zu vermeiden?
Sozialraum- und Angebotskoordination

Auch eine gut abgestimmte Sozialraum- und Angebotskoordination kann helfen, um neu zugewanderte Familien lückenlos entlang der gesamten Bildungskette zu erreichen. Neben einer zielgruppenorientierten Gestaltung von Bildungsübergängen bedarf es erweiterter Betreuungsangebote und niedrigschwellige Begegnungsformate im Quartier. Die Einbindung von Migrant*innenorganisationen sowie die Nutzung von peer-to-peer-Ansätzen ist hier wesentlich, um passgenaue Angebote für neu zugewanderte Menschen zu schaffen. Die nachfolgenden Orientierungsfragen können helfen, sich einer Sozialraum- und Angebotskoordination zuzuwenden:

  • Gibt es ein systematisches Übergangsmonitoring von neu zugewanderten Schüler*innen?
  • Erreichen Angebote auch neu zugewanderte Menschen außerhalb organisierter Strukturen? Sind Angebote niedrigschwellig gestaltet?
  • Gibt es Betreuungslücken?
  • Werden Mentoringprogramme genutzt?

Weitere Informationen zu Gestaltungsspielräumen des kommunalen Bildungsmanagements bei der Bildungsintegration erhalten Sie in der Broschüre „Kommunale Gestaltungsräume strategisch nutzen“ der Fachstelle Bildung | Entwicklung | Raum | Integration | Demokratie (FaBERID) der DKJS, die Teil der Transferinitiative kommunales Bildungsmanagement ist.

Mehrere Aspekte tragen zu einer erfolgreichen Bildungsteilhabe bei. Interkulturelle Bildung und Sensibilität der Aufnahmegesellschaft erleichtert den neu zugewanderten Personen das Ankommen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, Menschen mit Einwanderungsgeschichte und Vertreter*innen von Migrant*innenorganisationen in Beiräte, Arbeitsgruppen oder Partizipationsformate sowie bei der Gestaltung von Bildungsangeboten einzubinden. Zudem sollte Mehrsprachigkeit als Ressource betrachtet werden. Hierbei sollte beachtet werden, alle Muttersprachen gleichwertig zu betrachten.


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Das Thema „Integration“ wird im Rahmen des Förderprogramms „Bildungskommune“ von folgenden Kommunen in Brandenburg bearbeitet:


FACHBERATERIN
für Fachkräftesicherung & Integration