Entwicklungsforum Integration und Bildung

Bildungsintegration als Querschnittsaufgabe in kommunalen Bildungslandschaften

Wenn über 60 Teilnehmende aus Brandenburger Kommunen, Ministerien und Organ­isationen zu einem Entwicklungs­forum erscheinen, dann muss das Thema ganz oben auf der Agenda stehen: Die Tagungs­themen Integration und Bildung als Querschnitts­aufgaben zu bearbeiten, ist in den Brandenburger Landkreisen und kreisfreien Städten Brandenburgs noch mit Fragezeichen verbunden. Sie bieten aber vor allem Chancen, wie sie am 7. Mai 2026 in Cottbus/Chóśebuz aus der wissenschaftlichen und praktischen Perspektive erfahren konnten. Die verschiedenen Impulse schufen Verständnis und brachten Hintergrundwissen ein, woraufhin die Teilnehmenden in den Workshops Herangehens­weisen bearbeiteten und Inspirationen und Möglichkeiten für die eigene Arbeit mitnehmen konnten. Zentrale Erkenntnisse lesen Sie in unserer vorliegenden Veranstaltungs­dokumentation.

Grußworte

Mit ihrem Grußwort eröffnete und bestätigte Dr. Andrea Ruyter-Petznek, Leiterin des Referats Bildung in Regionen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), die Dringlichkeit, sich dieses brandaktuellen Themas anzunehmen. Dabei muss auf den Strukturwandel eingegangen werden sowie auf die Notwendigkeit, aufgrund des demografischen Wandels Fachkräfte zu gewinnen und zu sichern. Mit ihrem Verweis darauf, migrationsbedingte Heterogenität mehr zu berücksichtigen, brachte sie einen Aspekt auf, der sich wie ein roter Faden durch die einzelnen Phasen des Entwicklungsforums ziehen sollte. Generell ist, so Dr. Ruyter-Petznek, die Akzeptanz von Zugewanderten in der Gesellschaft wichtig: „Egal, ob mit oder ohne Migrationserfahrung – alle sind Teil der Integrationsgesellschaft“. Das Ziel, bessere Bildungsteilhabe zu ermöglichen, ist erreichbar, wenn Integration und Bildung zusammengedacht werden.

Als Vertreterin des Bundesministeriums betonte sie, dass gerade das Startchancen-Programm und das Recht auf Ganztag das Thema Integration berücksichtigen. Auch mit dem Programm Bildungskommunen soll die langfristige Teilhabe verbessert werden. Sie sieht auch, dass Bildungsintegration bereits existiert, wobei darauf geachtet werden sollte, die einzelnen Ansätze strategisch zusammenzuführen.


Nach der Eröffnung durch eine Perspektive des Bundes, konnten die Teilnehmenden Dank des Grußworts von Doreen Mohaupt, Bürgermeisterin und Leiterin des Geschäftsbereiches Stadtentwicklung, Mobilität und Umwelt, Stadt Cottbus/Chóśebuz, Verständnis für den lokalen Blickwinkel gewinnen. Sie stellte eingangs jedoch fest, dass die Diskussion über Integration sich verschoben hat, weg von den Gelingensbedingungen, hin zu dem, was noch gelingen muss. In Cottbus/Chóśebuz Erreichtes konnte sie anhand der Arbeit im Geschäftsbereich II – Stadtentwicklung, Mobilität und Umwelt erläutern, in dem es gelungen ist, Fördermittel sehr kreativ und auch zeitnah für Integration einzusetzen. Sie betonte in ihrem Grußwort den Aspekt, dass das Thema Integration eine Querschnittsaufgabe in der Verwaltung ist. Für den einzelnen Menschen ist „das Ankommen in den Quartieren der erste Schritt beim Ankommen“.

Hierbei hob sie die Wichtigkeit der Rolle der Zuzugsgesellschaft hervor: Sie sorgt für Gelingensbedingungen eines erfolgreichen Ankommens. Dazu gehören beispielsweise Sprachcafés, Menschen im Ehrenamt sowie Netzwerke, insbesondere interkulturelle, die unter anderem Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Doreen Mohaupt warb dafür, in besonderer Verantwortung mit Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung zu sprechen, statt über sie.


Warum Bildung eine zentrale und wichtige Investition in eine stabile, innovative und gerechte Zukunft ist, beschrieb Annett Noack, Integrations- und Behindertenbeauftragte, Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa, die in Vertretung von Diana Gonzalez Olivo, ihrerseits Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, sprach. Sie sieht ebenfalls eine wichtige Verbindung zwischen Bildung und Integration: „Bildung ist zentral für ein nachhaltiges und erfolgreiches Ankommen in der neuen Gesellschaft, für Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben“. Damit werden der Zugang zum Arbeitsmarkt, soziales Miteinander und ein Verständnis für gemeinsame Regeln, Normen und Werte gefördert. Wie ihre Vorrednerinnen hält sie die Vernetzung der an der Bildungsintegration beteiligten Akteur*innen für wichtig – von Bildungsbüros über Integrationsbeauftragte bis hin zu Welcome Center, KAUSA, RAA Brandenburg, Migrationssozialarbeit und weiteren. Die Bedeutung von Sprachförderung im Kontext der Bildungsintegration ist insbesondere für junge Menschen wichtig.

In Bezug auf Bildungsintegration und Wirtschaft im ländlichen Raum sind vor allem Bedarfsorientierung und Praxisnähe wichtig. Es braucht Formate, die sowohl zum Alltag der zugewanderten Menschen als auch der KMUs passen müssen.


Impuls

„Vielfalt wächst, nur nicht überall gleich“

Mit einem erhellenden Hinweis zur Perspektive auf das Thema Integration und Bildung nahm Dr. Daniel März, Programmleitung der FaBERID, das Publikum mit in seinen Einstieg in dieses Entwicklungsforum. Allzu häufig wiederholt sich das Muster, so Dr. März, dass Integration und Bildung auf wissenschaftlicher Ebene vor allem mit einer großstädtischen und westdeutschen Sichtweise begegnet wird. Diese Herangehensweise steht im Widerspruch dazu, dass beispielsweise 57 Prozent der Menschen in Deutschland im ländlichen Raum leben. Er verdeutlichte, wie Integration durch Bildung derzeit unter gesellschaftlichem und politischem Druck steht und führte aus, was für die Integration vor Ort notwendig wäre, aber auch, was effektiv in den Kommunen passiert. Damit dem demografischen Wandel begegnet werden kann, braucht es Zuwanderung. Mit dem Blick auf Integration erklärt er: „Bildung ist der stärkste Hebel, den wir haben.“

Neben einem glaubwürdigen Bildungsversprechen für alle betonte Dr. März, wie wichtig die Berücksichtigung und Erfassung von entsprechenden Daten ist, um verlässlich steuern zu können. Diesen Notwendigkeiten stehen der Abbau von Integrationsangeboten, ein migrationskritischer Diskurs und unsichere Finanzierungen gegenüber.

Trotz allem stellte er fest: „Vielfalt wächst, nur nicht überall gleich.“ Mit dem Konzept der Superdiversität machte Dr. März verständlich, dass Gruppen in sich diverser werden, sich soziale Lage und Migration verschränken. Dabei ist die Datenlage klar: Kindheit ist heute vielfältiger und ungleicher als je zuvor, weil Herkunft, Sprache und verschiedene weitere Charakteristika nicht nur eine einzige homogene Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund ausmachen. Mehrsprachigkeit ist mittlerweile eine Normalität, auf die Kommunikation und Unterricht ausgerichtet werden sollten. Dafür sind multiprofessionelle Teams genauso erforderlich wie eine Vernetzung zwischen den Bildungseinrichtungen und den Akteur*innen im Sozialraum. Auch die Normen der Institutionen stellen wesentliche Barrieren in der Integration dar. Wenn hier Veränderungen erreicht werden, lassen sich auch Chancengerechtigkeit und Teilhabe besser umsetzen.

Doch gerade bei der Umsetzung hapert es: Am Beispiel der Gesundheit im Kontext von (Bildungs-)Armut durchlief Dr. März entlang verschiedener Ämter und Verwaltungen die anspruchsvolle Aufgabe des Bildungsmanagements, den Querschnitt zu halten. Anspruchsvoll deshalb, weil es verschiedene Ebenen von Politik und Verwaltungsspitze bis hin zu den Bildungseinrichtungen verbinden muss. Dr. März schloss seinen Impuls mit einem Blick auf das bisher Erreichte und bestärkte die Anwesenden darin, eine gemeinsame Wissensgrundlage aufzubauen, Handlungsspielräume durch Vernetzung zu öffnen und durch bereits Erreichtes souveräner auf Unvorhergesehenes zu reagieren.


Podiumsgespräch

Die von Dr. März erwähnten unterschiedlichen Perspektiven zeigten sich im anschließenden Podiumsgespräch. Unter der Moderation von Dr. Stefanie Kaygusuz, Fachbereichsleiterin Gesellschaftliche Grundsatzfragen der Stadt Cottbus/Chóśebuz, erläuterten vier Gesprächspartner*innen ihre Sichtweise auf die Themen Integration und Bildung. Dabei merkte Franziska Siegel, Servicebereichsleiterin Bildung der Stadt Cottbus/Chóśebuz, an, dass Probleme nur gemeinsam gelöst werden können. Zu oft scheitern gute Ideen an Zuständigkeitsfragen. Deshalb braucht es vor allem mutige Menschen, die Problemlösungen kreativ umsetzen. Einen Perspektivwechsel wünscht sich auch Hebat Hammash, Servicebereichsleiterin Integration der Stadt Cottbus/Chóśebuz, denn Integration wird zu häufig als Last gesehen und nicht als Potenzial. Der Blick auf individuelle Unterstützungsmöglichkeiten hilft, Chancengerechtigkeit zu verbessern.

Der Einblick in die Praxis durch Florian Neumann-Szonn, Mitglied der Erweiterten Schulleitung der Europaschule Regine-Hildebrandt-Grundschule in Cottbus, bestätigte das Ziel, alle Akteur*innen zu vernetzen, wie es etwa an seiner Schule in Form einer Steuergruppe umgesetzt wurde. Bestenfalls sind diese Akteur*innen interkulturell gebildet, damit Mehrsprachigkeit einen größeren Anteil am Bildungserfolg haben kann. Er plädierte dafür, bewährte Strukturen in eine Regelstruktur zu überführen wie etwa Sprachmittler*innen als Teil multiprofessioneller Teams. Er sieht Chancen darin, Mehrsprachigkeit besser zu nutzen, indem es beispielsweise ermöglicht wird, ein mehrsprachiges Abitur abzulegen. Schulen sollten genutzt werden, um die Eltern zu bilden und zu unterstützen. Das bedeutet auch neue Kooperationen zwischen außerschulischen und schulischen Akteur*innen.

Auch Hebat Hammash griff die Bedeutung multiprofessioneller Teams auf, die es an Schulen zu bilden gilt. Sie unterstützt die Idee von Mentoringprogrammen und sieht auch bei den Sprachanforderungen an Lehrkräfte Optimierungspotenzial, wenn weniger hohe Sprachkenntnisanforderungen gestellt werden und die individuelle Situation bei ihnen berücksichtigt würden. Ihre Vorschläge zum Quereinstieg für Lehrkräfte mit Migrationshintergrund richtete sie an Valery Flores Keuter, die als Referentin im Referat 35 das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg vertrat. Letztere sicherte zu, die Anregungen dieser Podiumsdiskussion mitzunehmen und an die entsprechenden Bereiche des Ministeriums weiterzuvermitteln. Mit einem positiven Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre schloss Franziska Siegel und verwies einerseits auf erfolgreiche Kooperationen und weit verzweigte Netzwerke. Andererseits erhofft sie sich, dass aus dieser Zusammenarbeit neue Orte und Möglichkeiten erschlossen werden könnten.


Wissenschaftlicher Impuls

Behutsam und verständlich führte Prof. Dr. Juliane Noack Napoles, Prodekanin und Professorin für Erziehungswissenschaften an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, in die Herausforderungen unserer Welt ein, die von verschiedenen Paradigmen geprägt sind. Sie erklärte, warum ein und derselbe Begriff auf unterschiedlichen Wirklichkeitsannahmen verweist und wie Paradigmen sich effektiv auf unser soziales Handeln auswirken. Daraus leiten sich auch entscheidende Antworten auf die Fragen ab, was überhaupt als Problem betrachtet wird. Wie mit welchen Regeln auf Probleme reagiert wird, kann zur Reproduktion der eigentlichen Problemstruktur führen. Konkret auf das Tagesthema übertragen, stellt Prof. Dr. Noack Napoles fest, dass wenn Integration als Problem gedacht wird, selbige mit unseren Maßnahmen erneut als Problem reproduziert wird. Gelingt es hingegen, den Fokus auf die Frage zu setzen, was es braucht, damit Leben gelingt, dann erscheint Integration nicht als Problemfeld, sondern als gemeinsame Gestaltungsaufgabe.

Dieser Paradigmenwechsel vollzieht sich, wenn beispielsweise nicht nur von Zielgruppen ausgegangen wird, sondern von Lebenslagen, nicht nur von Angeboten, sondern von Zugängen für alle. Sie identifiziert Übergänge als Schlüsselstellen und sieht die Kommunen in der wichtigen Rolle der Ermöglicher*innen.



Impuls aus der Praxis

In ihrer Rolle als Vertreterin der Stadt Cottbus/Chóśebuz gab anschließend Dr. Stefanie Kaygusuz, Fachbereichsleiterin Gesellschaftliche Grundsatzfragen Impuls aus der Praxis.

Dr. Kaygusuz hob hervor, wie wichtig theoretische Erkenntnisse sind, um „im Nebel der Praxis das Licht zu finden“. Auch mit Blick auf die Fragen zu Integration und Bildung bemerkte sie in Anlehnung an Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, dass Konflikte in pluralen Demokratien normal sind, wobei konfliktfähige Institutionen helfen, Streit demokratisch zu bearbeiten und, dass Bildung allein gesellschaftliche Ungleichheiten nicht beseitigen kann.


Workshops

Mit den Erkenntnissen der Impulse und der Podiumsbeiträge erörterten die Teilnehmenden in drei Workshops, welche Voraussetzungen für das Gelingen von Integration erforderlich sind. Im Fokus standen die Übergänge in der frühen Bildung, von der Schule in den Beruf sowie die wichtige Vernetzung aller beteiligten Akteur*innen im Sozialraum. Der Austausch bereicherte und inspirierte die Teilnehmenden, wie im Fazit der Workshop-Phase festgestellt werden konnte. Wie genau die Workshops die erwähnten Themen aufgriffen, lesen Sie hier:

Workshop 1: Integration braucht gelingende Übergänge in der frühen Bildung

Der Workshop „Integration braucht gelingende Übergänge in der frühen Bildung“ bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich intensiv über Herausforderungen und Lösungsansätze beim Übergang von der Kita in die Grundschule auszutauschen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Bildungsübergänge mit Blick auf Integration und Inklusion so gestaltet werden können, dass allen Kindern Teilhabe und gute Bildungschancen ermöglicht werden. Durch den Workshop führten Elisabeth Brusendorff und Christin Guttke aus dem Bildungsbüro der Stadt Cottbus/Chóśebuz. Fachliche Impulse gaben Christiane Hotzkow und Bianca Winkel aus dem Team Kindertagesbetreuung des Jugendamtes der Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz sowie Anna Proksch und Claudia Weigend vom SOS-Kinderdorf Lausitz. Vorgestellt wurden unter anderem Ansätze der Sprachförderung, Elternarbeit und bestehende Unterstützungsangebote.

In den Arbeitsphasen wurden insbesondere Sprachbarrieren, fehlende Informationen zum Schulsystem, begrenzte Ressourcen sowie fehlende Kooperationsstrukturen als zentrale Herausforderungen benannt. Als wichtige Handlungsansätze hoben die Teilnehmenden den Ausbau frühzeitiger Sprachförderung, die Stärkung der Elternarbeit, mehrsprachige Informationsangebote sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Kita, Schule und weiteren Netzwerkpartnern hervor. Die Ergebnisse des Workshops sollen in die weitere Netzwerkarbeit und die Entwicklung kommunaler Unterstützungsstrukturen einfließen.

Workshop 2: Integration braucht Vernetzung der Akteur*innen im Sozialraum

Wie bei der Gestaltung von Bildungslandschaften gilt auch beim Thema Integration: Es geht nur in Kooperation. Doch wie gelingt eine erfolgreiche Vernetzung im Sozialraum? Wie können Migrant*innenorganisationen wirksam eingebunden werden?

In einem ersten Impulsvortrag verdeutlichte Elisabeth Pohlgeers, Fachstelle Demokratische Konfliktbearbeitung, Stiftung SPI, warum Akteur*innen eines Sozialraums sich mit Organisationsregeln beschäftigen sollten, nach welchen Kriterien sich Organisationen unterscheiden lassen, und welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit Kooperation gelingt. Anschließend berichtete Issam Kanjo, Projektleiter beim Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland, wie Migrant*innenorganisationen arbeiten, vor welchen Herausforderungen sie derzeit stehen und wie Kommunen ihre Arbeit unterstützen können.

In einer Arbeitsphase beschäftigten sich die Teilnehmenden in drei Gruppen mit den Systemen „Verwaltung“, „Schule“ und „Migrant*innenorganisation“. Sie beschrieben, in welchem Handlungskontext Personen dieser Organisationsformen agieren, welche expliziten und impliziten Organisationsregeln gelten, unter welchen Rahmenbedingungen gearbeitet wird und was man bei einer Kontaktaufnahme berücksichtigen sollte.

Großes Interesse weckte die Arbeit von Migrant*innenorganisationen, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Zusammensetzung, Herkunftssprachen und Erfahrungen der Mitglieder nicht vergleichen lassen. Auch wenn sie aufgrund der zumeist ehrenamtlichen Arbeit nicht über dieselben Ressourcen verfügen, übernehmen sie dennoch eine wichtige Vermittlungsrolle. Kommunen profitieren von ihrer Brückenfunktion und können ihre Arbeit durch Anerkennung der Erfahrungen, frühzeitigen Einbezug und das Zurverfügungstellen von Räumen unterstützen.

Workshop 3: Integration braucht Abschlüsse mit Anschluss

Im Rahmen des Workshops wurde den Fragen nachgegangen, wie Vielfaltsorientierung und interkulturelle Öffnung von Einrichtungen zum Gelingen des Übergangs von der Schule in den Beruf beitragen kann und wie Jugendliche mit Migrations- und Fluchterfahrung gut bei der Ausbildungsplatzsuche und während der Ausbildung begleitet werden können.

Axel Bremermann, Regionalreferent für Bildung und Integration der RAA Brandenburg, legte in einem ersten Impulsvortrag dar, wie Einrichtungen für mehr Vielfaltsorientierung und interkulturelle Öffnung sorgen können. Mögliche konkrete Maßnahmen der Integration könnten z. B. die Einrichtung von divers besetzten Steuerungsgruppen, Mentoring sowie die Vernetzung und der Austausch von Personen mit ähnlichen Erfahrungen aufgrund von Herkunft oder anderen Gruppenzugehörigkeiten sein.

Ahmed Barhdadi, interkultureller Berater und Leiter des Projekts „Willkommenslotsen“ der Handwerkskammer Leipzig berichtete aus seinem Berufsalltag. Er verdeutlichte, dass bei der Berufsberatung nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern die gesamte Familie miteinbezogen werden sollte. Insgesamt sieht er die Integration im Bereich des Handwerks bereits als sehr erfolgreich an. Zugleich sei es wichtig, auf beiden Seiten für ein noch größeres Verständnis von Interkulturalität zu sorgen.

In einer anschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit interkulturellen Fragen ist, inwiefern Mehrsprachigkeit zu einer besseren Gestaltung des Übergangs beitragen kann und wo noch zu schließende Lücken beim Übergang Schule-Beruf für Jugendliche mit Migrations- und Fluchtgeschichte bestehen.

Material


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Format Entwicklungsforum

Das Format Entwicklungsforum ermöglicht es Vertreter*innen aus kommunalen Verwaltung im Land Brandenburg mit Expert*innen und Praktiker*innen zu relevanten Themen der kommunalen Bildungsgestaltung in einen persönlichen Fach- und Erfahrungsaustausch zu treten. Dabei werden Lösungsansätze und Entwicklungsperspektiven erörtert und miteinander beraten, wie eine Umsetzung vor Ort gelingen kann.