#BuKo2026 Fokus-Session: Alle erreichen, niemanden verlieren –
Analog-digital vernetzte Bildungslandschaften gerecht weiterentwickeln

Wie können Kommunen Bildungs­gerechtigkeit in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft fördern? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Fokus-Session im Rahmen der Bundeskonferenz kommunales Bildungsmanagement. Vertreter*innen aus Wissenschaft, kommunaler Praxis und regionalen Entwicklungsagenturen diskutierten gemeinsam mit den Teilnehmenden darüber, welche Chancen und Herausforderungen sich für Kommunen bei der Gestaltung analog-digital vernetzter Bildungslandschaften ergeben.

Diese Fokus-Session wurde organisiert und moderiert von der REAB Bayern Regionalbüro Nord und der REAB Brandenburg.

© kobra.net

Kommunen

stärken

Impulse

geben

Vernetzung

fördern

Zum Auftakt tauschten sich die Teilnehmenden über die Bedeutung von Digitalität für Bildungsgerechtigkeit in ihren Kommunen aus. Anschließend gab Prof. Dr. Rudolf Kammerl von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg einen wissenschaftlichen Impuls zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf Bildungsprozesse und den Anforderungen an die digitale Kompetenzentwicklung. Es wurde deutlich, dass digitale Entwicklungen bestehende Bildungsungleichheiten sowohl verstärken als auch verringern können. Kommunen können ihrerseits die digitale Transformation durch die Förderung von Zugängen, der Kompetenzentwicklung und der Vernetzung innerhalb der Bildungslandschaften, ebenso wie den Einsatz von Instrumenten des Monitorings und der Steuerung begleiten.

Einen Einblick in die kommunale Praxis gab Dr. Marcin Krzymuski vom Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrum der Doppelstadt Frankfurt (Oder)/Słubice. Er stellte die Entwicklung eines Bildungsportals vor, das im Rahmen des Förderprogramms Bildungskommunen entsteht. Das Portal soll Bildungsangebote sichtbarer machen, Akteur*innen vernetzen und den Zugang zu Informationen erleichtern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einer partizipativen Entwicklung, um unterschiedliche Zielgruppen frühzeitig einzubeziehen und ihre Bedarfe zu berücksichtigen.

Ergänzend stellte Florian Neumann, Projektleitung Regionalbüro Nord der REAB Bayern, aktuelle Aktivitäten einer länderübergreifenden Arbeitsgemeinschaft zu digitalen Lösungen im Bildungsmanagement vor. Ziel ist es, Kommunen bei der Entwicklung und Nutzung digitaler Instrumente zu unterstützen und vorhandene Erfahrungen zugänglich zu machen. Aktuell stellt die Arbeitsgemeinschaft eine Liste an Praxisbeispielen zur Verfügung. Dieses Angebot für Kommunen, die Bildungsportale planen oder betreiben, soll perspektivisch ausgebaut werden.

Im anschließenden Bühnengespräch standen Fragen der digitalen Teilhabe, der Zielgruppenorientierung, der nachhaltigen Gestaltung von Bildungsportalen sowie der Förderung digitaler Kompetenzen im Mittelpunkt. Ein zentrales Fazit der Session lautete: Mehr Digitalisierung führt nicht automatisch zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Entscheidend sind eine strategische Ausrichtung, partizipative Prozesse und die Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren. Analog-digital vernetzte Bildungslandschaften können einen wichtigen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten, wenn sie konsequent an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort ausgerichtet werden.


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