Umfrage der Telekom-Stiftung: Stadt, Land, Bildung

Wie es in Deutschland um Bildungs­gerech­tig­keit und Bildungs­chancen steht, hat die Deutsche Telekom Stiftung in einer aktuellen Umfrage beleuchtet. Dafür hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Stiftung vor allem die Blickwinkel der Schulen, Eltern und Schüler*innen berücksichtigt. Wir als Regionale Entwicklungsagentur für kommunales Bildungsmanagement blicken von der Verwaltungsseite auf diese Thematik und ordnen die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage entsprechend ein.

Kommunen

stärken

Impulse

geben

Vernetzung

fördern

Ziel auf allen Ebenen: Institutionalisiertes DKBM

Die Antworten der drei befragten Gruppen (Eltern von Schulkindern, Bürgermeister*innen von kreisangehörigen Kommunen und Schulleitungen) zeigen insgesamt deutlich, dass die Rahmenbedingungen und Prioritäten in Stadt und Land so unterschiedlich sind, dass erfolgreiche Bildungspolitik regional gezielt ausgerichtet sein muss. Damit Kooperationen zwischen den verschiedenen Bildungsakteur*innen erfolgreich gestaltet werden können, bedarf es eines funktionierenden kommunalen Bildungsmanagements. Eine damit einhergehende Gelingensbedingung ist die Institutionalisierung des Bildungsmanagements, die laut Umfrage bisher vornehmlich in städtischen Kommunen gegeben ist. Wir als REAB Brandenburg sehen in unserer Arbeit mit den Landkreisen und kreisfreien Städten ebenfalls, dass ein institutionalisiertes datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement (DKBM) dazu prädestiniert ist, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Bildungschancen verbessert werden können. Die Landkreise sind hier auf einem guten Weg, obgleich die Einrichtung des kommunalen Bildungsmanagements noch eine freiwillige Aufgabe ist. In der Begleitung der Landkreise sehen wir auch, dass kreisangehörige Kommunen die Verwaltungsstruktur noch einmal im Kleinen abbilden. Und gerade weil es der Umfrage zufolge bislang nur in 30 Prozent jener Städte und lediglich in 7 Prozent der ländlichen Gebiete vorhanden ist, bedarf es auch dort weiterer Anstrengungen, um die Arbeitsweise des DKBM auch auf dieser Ebene voranzutreiben. Eine Institutionalisierung des DKBM auf Kreis- und kreisangehöriger Ebene ist in Anbetracht der Ausgangslagen erstrebenswert.

Nicht nur Schule im Fokus

Und auch wenn diese Umfrage ihren Fokus eher auf den Bereich Schule legt und dabei andere Aspekte wie Demokratiebildung, Inklusion, Integration oder Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) nicht berücksichtigt, so sind die Ergebnisse dennoch wichtig, weil sie verdeutlichen, dass noch große Anstrengungen notwendig sind, um das Ziel der Bildungsgerechtigkeit zu erreichen. Als REAB Brandenburg im Fachnetzwerk der Transferinitiative haben wir uns diesem Ziel verschrieben und unterstützen nach allen Kräften die kreisfreien Städte und Landkreise Brandenburgs bei ihren Bemühungen, ein funktionierendes DKBM zu etablieren.